| Es gibt Feen, wenn man daran glaubt und wenn man nicht daran glaubt, dann gibt es halt keine. Auf welche Art lebt es sich besser? Außer Feenstaub im Alltag ist vielleicht jede Art Spiritualität eine Art Werkzeug, eine Gehhilfe auf dem Weg. Und die "Realität" eine Religion, die besagt, man solle sich nicht auf Krücken stützen, obwohl sie es selber tut, aber nicht zugibt. Wissenschaftliche Lehren beruhen in der Mehrzahl auf Kausalität. Man beobachtet Ursache und Wirkung und liefert Erklärungsversuche, die später oft widerlegt und korregiert werden. In sofern ist der Unterschied zwischen Wissenschaftlern und Schamanen gar nicht so groß. Und wie viele Kleriker halten auch viele Wissenschaftler aus Geltungsbedürfnis krampfhaft an widerlegten Thesen fest. |
|
|
|
Es geht um die Möglichkeit des Gemeinsamen. Wenn ein Schwimmer, ein Bergsteiger und ein Waldläufer die andere Seite einer Insel erreichen wollen, wird vielleicht der Bergsteiger dafür plädieren, über die Felsen zu klettern. Der Schwimmer hält es für richtig, um die Insel herum zu schwimmen und der Waldläufer möchte sich durch die Mangrovensümpfe am Ufer entlang bewegen. Mag sein, einer überredet die beiden anderen und die folgen ihm widerwillig und nicht sonderlich befähigt. Oder aber sie trennen sich und jeder versucht seinen Weg, auf sich allein gestellt. Ihre Gemeinschaft ist zerbrochen und wer weiß, ob sie wieder zusammenfinden werden. | |
|
Aber könnten sie sich nicht eventuell
gemeinsam ein Boot bauen? Der Bergsteiger besorgt Material dafür
in den Felsen, der Schwimmer im Meer und der Waldläufer im
Urwald. Jeder hat seinen Anteil am Gelingen und keiner fühlt
sich zurückgesetzt. Das Boot ist gemeinsam durchdacht und
gewachsen und somit besser zu beherrschen, als ein vorgefertigtes
Fahrzeug, dessen Wirkungsweise man nicht erlernt hat. So könnte
man auch eine eigene Spiritualität entwickeln, die das Gefühl
der Zusammmengehörigkeit in der Gruppe stärkt und hilft,
Konflikte zu bewältigen.
Weltanschauungen und Lebensweisen sind Krücken auf dem Weg zum Ziel. Missionieren heißt, mit der eigenen Krücke nach der des anderen zu schlagen. Wollen wir uns nicht lieber gegenseitig stützen, während wir durch das Eis in Richtung Sonne ziehen? |
|
|